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   6.07.12 15:24
    Mathilde, ich bin auch T


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Manche Tage...

Hach ja, das Leben als Taxifahrerin hat wirklich seine Höhen und Tiefen. Das bringt natürlich viel Abwechslung ins Spiel, aber manchmal ist es auch kaum auszuhalten. Ihr habt ja schon mitbekommen, dass ich einfach fürs Leben gern quatsche und lache und eine äußerst gesellige Person bin. Dementsprechend versuche ich, auch meine Fahrgäste immer zu unterhalten. Vom Hartz-IV-Typen bis zum Millionär ist da ja alles dabei. Doch leider sind nicht alle meine Fahrgäste solche Frohnaturen wie ich.

Und heute war es echt eine kleine Katastrophe. Los ging's mit zwei Kindern, die ich zur Schule fahren sollte. Ihr glaubt ja gar nicht, wie viele Eltern ihren Kindern so jeden Tag eine Taxifahrt spendieren – kein Wunder, wenn da völlig verzogene Gören bei raus kommen. Beim Anblick der Kleinen habe ich mich echt gefreut, aber die beiden reagierten einfach nicht auf meine Gesprächsversuche. Schließlich ließ einer verlauten, seine Mama hätte ihm verboten, mit Fremden zu sprechen. Den Zwanziger in meine Hand zu drücken, war aber zum Glück noch okay. Da hätte ich mich schon wieder so aufregen können. Wenn man wegen seines Geldes so paranoid wird, was bringt es einem dann bitte noch? Mir ist das Gegenteil jedenfalls lieber: Arm, aber glücklich!

Nach diesem tollen Start kam ein schweigsamer oder genervter Gast nach dem anderen. Sogar das Radio musste ich immer wieder ausstellen, weil es beim wichtigen Business-Gespräch oder dem meditativen Schweigen angeblich gestört hat. Trinkgeld gab es natürlich auch so gut wie keins, dabei verdient man doch eigentlich erst damit Geld als Taxifahrer. Vielleicht sollte ich mir ein Schild an die Scheibe kleben: „Achtung, eine Unterhaltung wird ausdrücklich erwünscht!“ oder „Rede-Taxi“ oder so. Dann handel ich mir aber bestimmt Ärger mit meinem Chef ein...

22.7.12 13:41


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Die bloggende Taxifahrerin

So, da bin ich wieder. Tobi ist gerade bei seiner ersten Party mit Mädchen und hat sich so piekfein herausgeputzt, als ob er heiraten würde. Ich hoffe nur, dass das nicht in einer Katastrophe endet und ich ihm am Ende wieder seine Tränen trocknen muss. Georg, der ältere der beiden, hockt mal wieder vor seiner Spielekonsole und schießt irgendwelche Aliens ab. Das darf er aber maximal eine Stunde am Tag, meine Söhne verblöden mir nämlich nicht! Und so habe ich auch wieder etwas Zeit, ein bisschen was nur für mich selbst zu tippen...

Warum eine Taxifahrerin Mitte Vierzig einen Blog schreibt? Tja, das ist in der Tat eine berechtigte Frage. Letztes Sylvester hatte ich so eine Art Eingebung. Ich war mit meinen Mädels unterwegs und wir zogen um die Häuser. Am Ende waren wir so sturzbetrunken, dass wir ein paar Einkaufwägen mitgehen ließen und damit quer durch die Stadt polterten. Angeblich haben wir Passanten auch unsere nackten Oberkörper präsentiert, aber daran kann ich mich zum Glück nicht mehr erinnern. Als der grausame Kater überstanden war, hatte ich noch immer ein Grinsen im Gesicht. Ich fragte mich, wann ich so was zum letzten Mal gemacht hatte? Einfach mal ausflippen, da sein, für den Moment leben. Eine gefühlte Ewigkeit war das her und mit Schrecken registrierte ich, dass mein Leben doch größtenteils nur an mir vorbeizieht.

Ich bedaure nichts, aber plötzlich wurde mir bewusst, wie schön irgendeine Art von Erinnerung oder Tagebuch doch wäre. Und da meine Kids natürlich total fit sind, was Internet und Technik und so angeht, schlugen sie mir sofort vor, einen Blog anzufangen. Deshalb also kommt ihr in den Genuss, ein paar Zeilen einer rheinischen Taxifahrerin zu lesen... nun muss ich aber noch ein paar Bücher bei Kleinanzeigen-ebay suchen, denn ohne einen guten Krimi kann ich einfach nicht einschlafen. Bis zum nächsten Mal!

14.7.12 17:30


Willkommen!

Hey ho und Willkommen auf meinem Blog! Hier schreibt die Mathilde aus dem schönen Euskirchen. Ich habe die Vierziger-Marke bereits geknackt, bin aber immer noch eine echte Frohnatur und lebendiger als manch Zwanzigjährige. Irgendwie ist die Jugend größtenteils wirklich verdammt schlapp geworden, oder? Die hocken vor ihren Computern oder Smartphones und wissen gar nicht mehr, was ein echtes Abenteuer ist.

Nun ja, die Zeiten verändern sich halt, oder? Zum Glück sind meine beiden Söhne ganz nach mir gekommen. Leicht war es nicht immer mit Tobi und Georg, vor allem, weil mich mein Partner ziemlich schnell nach der Geburt unserer Zweiten sitzenließ. Typisch Mann, was?

Noch dazu war ich damals Fernfahrerin, genauso wie mein Mann. Zum Glück lebt auch meine Mutter noch immer in Euskirchen. Und die war richtig froh darum, wieder Nachwuchs im Haus zu haben. Ich habe mich auf den langen, einsamen Touren allerdings richtig gequält und mir andauernd Sorgen um meine Kinder gemacht. Als dann auch noch der Brief vom Anwalt meines Mannes ins Haus flatterte und die Scheidung damit offiziell wurde, habe auch ich die Konsequenzen gezogen. Nochmal die Zähne zusammengebissen und von vorn angefangen. Meinen Taxi-Schein gemacht und mir viel Mist anhören müssen, von wegen Frauen würden nichts als Taxi-Fahrer taugen. Mittlerweile bin ich in meiner Firma aber richtig anerkannt und verstehe mich selbst mit den größen Machos gut. Ich bin halt eine Frau mit dickem Fell und kann echt viel ab. Und da ich auch äußerst schlagfertig bin, hat manch Kollege ziemlich schnell verstanden, dass es sich nicht lohnt, über mich herzuziehen.

6.7.12 14:40





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